Vielen Dank für dein Anliegen:

Ehe wieder lebendig machen mit 1.5-jährigem Kind.

So schön, dass du dir Gedanken um deine Ehe machst und dich mit deinem Anliegen an uns wendest.

Kinder verändern eine Beziehung. Sie können sie bereichern, aber auch zu grossen Herausforderungen führen. Es ist völlig normal und bei den meisten so, dass sich die Ehe dann manchmal als zweitrangig anfühlt oder die Lebendigkeit und vielleicht auch Spontanität vermisst wird. Auch die Sexualität kann sich dadurch verändern. Sich dessen bewusst zu sein, kann schon helfen die Situation gelassener zu sehen. Zudem können folgende Punkte vielleicht schrittweise wieder zu mehr Lebendigkeit führen:

– Fragt euch gegenseitig, was ihr braucht, um euch lebendig zu fühlen. Erholung oder Auspowern? Zeit für sich oder Zeit mit andern? Wer sich lebendig fühlt, kann diese Lebendigkeit auch einfacher weitergeben. Versucht einander diese Freiräume zu schaffen, so gut es geht. Traut einander zu, die Verantwortung für das Kind alleine zu übernehmen, damit die andere Person auftanken kann.

– Fragt, wenn möglich euer Umfeld nach Unterstützung an. Nicht nur für notwendige Termine, sondern auch mal, um einfach Zeit zusammen zu haben. Vielleicht kennt ihr auch ein Paar in einer ähnlichen Situation und ihr könnt euch regelmässig gegenseitig die Kinder hüten. Tragt diese Termine fix ein.

– Probiert etwas Neues zusammen aus. Auch wenn es vielleicht nicht die Zeit ist, um Bäume auszureissen, lohnt es sich, als Paar etwas Kleines zu suchen, das man noch nie zusammen gemacht hat. In der Nacht im See baden, Tandemfahren, ein Schoggifondue draussen am Feuer, ein Improtheater besuchen oder ein neues Spiel ausprobieren?

– Sagt, wenn möglich, mutig Sachen ab, die euch mehr Energie rauben als geben. Priorisiert eure Ehe.

– Redet miteinander darüber, welche Form von Zärtlichkeit und Intimität ihr euch wünscht und wie ihr euch diese geben könnt. Überfordert die andere Person nicht mit Vorwürfen, sondern hört euch zu. Vergleicht nicht mit der Zeit vor dem Kind, sondern versucht immer wieder neu herauszufinden, was eure aktuellen Bedürfnisse sind und wie ihr diese zusammenbringt. Intimität und Sexualität verändert sich ein Leben lang und bleibt dadurch auch spannend.

– Fragt Paare in eurem Umfeld, die schon ältere Kinder haben, wie sie diese Zeit gestaltet haben, was ihnen geholfen hat und was sie vielleicht anders machen würden.

– Seid kreativ im Alltag. Überrascht euch ab und zu. Ohne sich unter Druck zu setzen. Einfach achtsam sein für Ideen, die sich mit wenig Aufwand umsetzen lassen.

– Begegnet euch auf Augenhöhe. Wer sich wahrgenommen fühlt, öffnet sich meistens viel mehr und es entsteht Herzensnähe, Intimität und Lebendigkeit.

Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr diese Lebendigkeit in eurer Ehe immer wieder erleben dürft und euch auch in Durstzeiten getragen fühlt.

Falls die Frage noch konkreter auf ein bestimmtes Thema bezogen war, darfst du sie gerne noch etwas genauer formulieren und uns unter fragdoch.ch nochmals stellen.

Alles Liebe.

Christine vom fragdoch.ch-Team