Danke für deine spannende Frage:

Wenn man Solosex hat, kann dies dazu führen, dass man beim richtigen Sex weniger schnell einen Orgasmus bekommt?

Entschuldige, dass du dich etwas gedulden musstest.

Unsere Antwort:
Nein, das muss nicht sein. Solosex kann sehr hilfreich sein, den eigenen Körper kennen zu lernen und herauszufinden, was sich gut anfühlt und wie ein Orgasmus erreicht werden kann. Das Gehirn spielt eine grosse Rolle beim Lernen, was einer Person beim Sex gefällt. In den Genitalien gibt es sehr viele Nervenenden, die auf unterschiedliche Reize reagieren. Es laufen Nerven vom Geschlecht zu der Stelle im Gehirn, die für Empfindungen im Geschlecht zuständig ist. Das Gehirn muss zuerst lernen, Berührungen als angenehm oder unangenehm abzuspeichern. Beim Solosex werden so neue Empfindungen abgespeichert und dies kann hilfreich sein, auch in der Paarsexualität einen Orgasmus haben zu können.

Wichtig bei der Selbstbefriedigung ist, bildlich gesprochen, sich dabei nicht immer auf den gleichen Pfad zu begeben. Also nicht in ein immergleiches Muster zu verfallen. Falls die Solosexualität z. Bsp. mit Hilfsmitteln wie Vibratoren gelebt wird, besteht die Gefahr, dass der Körper sich an genau diese Art der Stimulation gewöhnt. Dies könnte dazu führen, dass es bei der Paarsexualität schwieriger ist den Orgasmus zu erreichen, weil man nur auf die eine Art und Weise gelernt hat die Erregung zu steigern. Es ist also lohnenswert, sich auf verschiedene Arten selbst zu befriedigen. Zum Beispiel die Berührung, den Druck der Genitalien zu variieren und auch andere Körperteile mit einzubeziehen.

Selbstverständlich können neue Empfindungen auch in der Paarsexualität geübt werden und es spielen noch viele andere Faktoren mit, die zur Erreichung eines Orgasmus oder allgemein einer erfüllten Sexualität beitragen.

Alles Gute und bei weiteren Fragen darfst du dich jederzeit gerne melden.

Christine,
Sexualpädagogin vom fragdoch.ch-Team